Wie schreibe ich ein Berichtsheft – Tipps von berichtsheft.de

Wie schreibe ich ein Berichtsheft – tausende Auszubildende fragen sich das alle Jahre wieder. Muss der Ausbildungsnachweis besonders gestaltet werden? Schreibt man in ganzen Sätzen oder eher stichwortartig? Wie kreativ darf ein Azubi sein, wie kreativ muss er sein? Jeder Ausbildungsbetrieb wird hier eigene Vorstellungen haben. Wichtig aber ist dies: Das Berichtsheft ist in den allermeisten Ausbildungen Pflicht. Ohne Berichtsheft wird man nicht zur Abschlussprüfung zugelassen.


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Wie schreibe ich ein Berichtsheft – Tipps von berichtsheft.de – Bild: contrastwerkstatt – fotolia.com

Wie schreibe ich ein Berichtsheft?

„Ich muss ein Berichtsheft führen über meine Ausbildung als Fachlagerist. Was muss da rein und wie formuliere ich es? In Stichworten? In ganzen Sätzen? Sollte ich den Ablauf beschreiben?“ Es sind Fragen wie diese, die die meisten Auszubildenden sich stellen. Immer wieder taucht auch dieses Problem auf: „Ich mache eine Ausbildung als Kauffrau für Büromanagement. Ich bin jetzt schon seit einigen Wochen in derselben Abteilung und weiß nicht mehr, was ich ins Berichtsheft schreiben soll.“ Andere Auszubildende schieben die Sache auch solange vor sich her – bis es eng wird: Dann müssen sie innerhalb kürzester Zeit das Berichtsheft nachschreiben. Internetforen wie „gutefrage“ sind voll von diesen und ähnlichen Fragestellungen. Tatsächlich ist das Berichtsheft schreiben einfacher, als die meisten denken.

Wie schreibe ich ein Berichtsheft? Erste Anhaltspunkte liefert zum Beispiel Wikipedia:

„Quasi in allen Berufen der Dualen Ausbildung ist das Führen eines schriftlichen Ausbildungsnachweis vorgeschrieben. Die Auszubildenden sind verpflichtet, den Ausbildungsnachweis sorgfältig zu führen. Der Ausbilder wiederum ist verpflichtet, die Auszubildenden dazu anzuhalten und den Ausbildungsnachweis regelmäßig durchzusehen. Das Führen des Nachweises ist dem Auszubildenden während der Ausbildungszeit im Betrieb zu ermöglichen.“

Wikipedia hat hier die Pflicht, ein Berichtsheft zu führen aufgezeichnet. Darüber hinaus aber auch die Grundzüge, wie so ein Berichtsheft auszusehen hat. In den allermeisten Berufsausbildungsgängen finden sich diese Grundzüge wieder.

Wie schreibe ich ein Berichtsheft – Hier die wichtigsten Tipps:

  • Niemand erwartet Romane. Kurz und knapp sollten die Tätigkeiten beschrieben werden.
  • Außerdem sollte auch die ungefähre zeitliche Dauer der jeweiligen Tätigkeiten aufgeschrieben werden.
  • Azubis sollten auch Unterweisungen, betrieblichen Unterricht oder Schulungen schildern.
  • Die IHKs erwarten außerdem, dass die Themen des Berufsschulunterrichts aufgezeichnet werden.
  • Stichwortartig oder ganze Sätze? Natürlich machen sich ganze Sätze im Berichtsheft eleganter. Oft bietet sich eine Kombination an. Im Zweifel nachfragen.
  • Oft scheint es so, als würden die Tätigkeiten sich wiederholen. Hier sollte man noch einmal kurz nachdenken. In der Regel fällt dann auf, dass auch bei einer zunächst scheinbar gleichen Tätigkeit unterschiedliche Details zu erledigen waren.
  • Wie würde ich’s meinen Freunden sagen? Wenn einem einfach gar nichts mehr einfällt: Diese Fragestellung hilft oft weiter. 
  • Wichtig ist: Der Ausbildungsnachweis sollte regelmäßig geschrieben werden. Denn viele Details sind auch recht schnell vergessen. Das wird zu einem großen Problem, wenn man das Berichtsheft über einen längeren Zeitraum „nachschreibt“.
  • Wer sich bei einer Aufgabe unsicher ist, sollte in jedem Fall den Ausbilder fragen.

Das Berichtsheft wurde nur erfunden, um Auszubildende zu quälen

Das stimmt natürlich nicht. Das Berufsbildungsgesetz (BBiG) regelt die Pflichten der Auszubildenden darunter auch das Führen des Berichtsheftes (§ 13 Satz 2 Nummer 7 BBiG):

„Auszubildende (…) sind insbesondere verpflichtet, einen schriftlichen oder elektronischen Ausbildungsnachweis zu führen.“

Neu ist an dieser Regelung nicht die Pflicht, ein Berichtsheft zu führen. Wohl aber, dass der Ausbildungsnachweis auch in einer „elektronischen“ Form geführt werden kann. Allerdings gilt diese Regelung nur für Ausbildungsverträge, die nach dem 30. September 2017 abgeschlossen werden (§104 Absatz 3 BBiG). Für Verträge die vorher abgeschlossen wurden bzw. werden gilt die alte Regelung, nach der der Ausbildungsnachweis „schriftlich“ zu führen ist. Hintergrund für diese Änderung ist das „Gesetz zum Abbau verzichtbarer Anordnungen der Schriftform im Verwaltungsrecht des Bundes“, dass der Bundesrat am 10. März 2017 beschlossen hat.

Die Pflicht, einen Ausbildungsnachweis zu schreiben findet sich in den allermeisten Berufsausbildungen. Selbst in der „Verordnung über die Berufsausbildung zum Glasmacher/zur Glasmacherin“ (Glasmacher-Ausbildungsverordnung – GlasmAusbV) ist die Pflicht das Berichtsheft zu führen enthalten.

Der Ausbildungsnachweis kann auch ein Beweismittel sein

Welchen Sinn macht es nun aber, ein Berichtsheft zu führen? Die IHK Mittleres Ruhrgebiet in Bochum argumentiert, der Ausbildungsnachweis beruhe auf drei Säulen: Der Ausbildungsnachweis sei ein Dokument für die Zulassung zur Abschlussprüfung. Hier nimmt die IHK aber auch die Ausbilder in die Pflicht. Ein nicht geführtes Berichtsheft könne zum „Entzug der Ausbildungsberechtigung“ führen. Zweitens sieht die IHK Mittleres Ruhrgebiet in dem Ausbildungsnachweis sogar ein Beweismittel. Bei Streitigkeiten zwischen Auszubildendem und Ausbildungsbetrieb kann das Berichtsheft folglich als Protokoll dienen. Und drittens: Richtig angewendet, sei der Ausbildungsnachweis ein hervorragendes Mittel zur Lernerfolgssicherung. „Der Ausbildungsnachweis ist somit auch ein modernes Mittel des betrieblichen Ausbildungsmanagements. Auszubildende lernen, Arbeitsprozesse zu dokumentieren.“ Das ist vielleicht das leidenschaftlichste Plädoyer einer IHK dafür, das Berichtheft zu führen.

 

Wie schreibe ich ein Berichtsheft
Wie schreibe ich ein Berichtsheft – wenn Sie sich nicht mit dieser Frage aufhalten wollen, nehmen Sie die Software Berichtsheft Pro 3. Die kann man auch erst einmal kostenlos testen. Bild: contrastwerkstatt – fotolia.com

 

Vorlagen oder Software – Wie schreibe ich ein Berichtsheft am besten?

Vorlagen für das Berichtsheft finden sich reichlich im Internet. Zur Suchwort-Kombination Berichtsheft Vorlagen bietet die Suchmaschine Google immerhin gut 30.000 Treffer. Zahlreiche IHKs bieten Berichtsheft-Vorlagen zum Download an. Eine der interessantesten fanden wir wiederum bei der IHK Mittleres Ruhrgebiet. Unter „Ausbildungsnachweis: Wer schreibt, der bleibt!“ finden sich Berichtsheft-Vorlagen im Word-Format zum Download. Unter den Ausbildungsnachweis Vorlagen werden Beispiele für das tägliche und das wöchentliche Berichtsheft bereitgestellt.

Welche formalen Voraussetzungen sind bei der Frage wie schreibe ich ein Berichtsheft zu beachten? Hier gibt es nur einige wenige Regeln.

  1. Der Ausbildungsnachweis soll regelmäßig geführt werden. Bei einem täglichen Berichtsheft sind hierzu vielleicht ein paar Minuten erforderlich, bei der wöchentlichen Version bis zu 20 Minuten.
  2. Nach den Regeln der IHKs soll das Berichtsheft ebenfalls regelmäßig vom Ausbilder durchgesehen, wo nötig besprochen oder korrigiert und schließlich abgezeichnet werden.
  3. Jedes Blatt des Berichtsheftes soll mit dem Namen des Azubis, dem Berichtszeitraum und dem Ausbildungsjahr gekennzeichnet werden.
  4. Im Zweifel den Ausbilder fragen, ob weitere Regeln zu beachten sind.

Was fällt Ausbildern als erstes ein, wenn sie gefragt werden wie schreibe ich ein Berichtsheft?

„Schreiben Sie sauber, fehlerfrei und lesbar.“ Das ist die am häufigsten vorgetragene Sorge von Ausbildern. Sie ist auf jeden Fall ein gutes Argument für die Anschaffung einer Berichtsheft Software. Fehler kann man einfach korrigieren. Verziert ein Kaffeefleck ein Blatt, hat die Butter vom Pausenbrot auf unerklärliche Weise mehrere Seiten „erobert“ – mit Software ist das kein Problem. Einfach noch einmal ausdrucken und ersetzen.

Neben der Frage wie schreibe ich ein Berichtsheft könnte auch dieses Thema interessant sein:
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